
Aberglaube
oder Zeichen der Götter?Das Beachten göttlicher Vorzeichen ( auspicium ) und das Einholen göttlicher Zustimmung war bei den Römern eine unverzichtbare Gewohnheit. Diese Aufgabe durfte nur von Beamten (magistratus) vorgenommen werden. Sie wurden augures genannt.
Gewisse Staatsaktionen durften nur auspicato (nach Anstellen der Auspizien) durchgeführt werden. Beobachtet wurden Vogelflug und Blitze, aber auch das Fressen der Hühner. Pickten diese das Futter sehr gierig auf, galt das als günstig.
Eine amüsante Geschichte über diese Art der Befragung der Zukunft lesen wir in Thorton Wilders „Die Iden des März“
In einem Tagebuchbrief Cäsars, der durch das ungünstige Fressverhalten der Hühner abgehalten wurde, eine Schlacht zu beginnen, heißt es:
„Ich habe diese Last von Aberglauben und Unsinn geerbt. Ich regiere unzählige Menschen, muss aber anerkennen, dass ich von Vögeln und Donnerschlägen regiert werde...
An diesem Abend jedoch machte ich mit Asinius Pollio einen Gang durch den Wald; wir sammelten zwei Dutzend Larven und Raupen; wir zerschnitten sie mit unseren Dolchmessern in kleine Stücke und streuten sie in das geheiligte Fütterungsgehege. Am nächsten Morgen wartete das ganze Heer in großer Spannung darauf, den Willen der Götter zu erfahren. Die Schicksalsvögel wurden zum Fressen hinausgelassen. Sie überblickten zunächst den Himmel und stießen dieses Alarmgegacker aus, das genügt, zehntausend Mann zum Halten zu bringen; dann wandten sie den Blick ihrem Frühstück zu. Beim Hercules, die Augen sprangen ihnen fast aus dem Kopf! Sie ließen Schreie verzückter Gefräßigkeit ertönen; sie stürzten sich wie wild auf ihre Mahlzeit; und so war mir denn erlaubt, die Schlacht von Köln zu gewinnen.“
Renate
Glas
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