Jean-Baptiste Poquelin, besser bekannt unter dem Namen "Molière", wohl einer der originellsten Dramatiker der Theatergeschichte und Schöpfer der französischen Charakterkomödie, beschäftigte sich mit Vorliebe mit der heiter-bissigen Auslotung der eher dunklen Seiten des menschlichen Wesens. Bei der Auswahl seiner "Stoffe" orientierte er sich recht gerne an bereits vorhandenen bewährten Vorlagen, wie z.B. den Stücken des antiken Komödienschreibers Plautus, der seinerseits mit großem Erfolg die "Romanisierung" der neuen griechischen Komödie betrieb. So beruht etwa "der Geizige" auf der "Aulularia" (Goldtopfkomödie) des Plautus, wobei sich bei einzelnen Szenen sogar eine annähernd wörtliche Übereinstimmung feststellen läßt. Dieser Tradition der Übernahme und "Weiterverarbeitung" bewährter antiker Theaterstücke, die in der Renaissance quasi wiederentdeckt wurden, folgt übrigens unter anderem auch Sheakespeare zum Beispiel in seiner " Komödie der Irrungen", die der "Zwillingskomödie" des Plautus nachgebildet ist. So ist wohl auch der Urahne des Fallstaff im Plautinischen "Miles gloriosus" zu suchen.
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