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THEATER IM
STIFTSHOF
2009
Johann
Nestroy

Österreichischer
Schauspieler, Sänger, Stückeschreiber, Possendichter; geboren am 7. Dezember
1801 studiert als Sohn eines Hof- und Gerichtsadvokaten zunächst Jura in
Wien, ehe er sich der darstellenden Kunst zuwendet; beginnt 1822 zunächst
als Opernsänger am Hoftheater Wien, wechselt 1823 an das Deutsche Theater
in Amsterdam, wo er bereits einige Sprechrollen in Lustspielen übernimmt.
1825 geht er nach Brünn, Mitte 1826 nach Graz, wo die komischen
Sprechrollen bereits die Gesangspartien überwiegen.
1831 engagiert ihn Direktor Carl ans Theater a.d. Wien. Dort feiert
Nestroy nicht nur als Schauspieler große Erfolge, sondern macht auch erste
Schreibversuche, die über Textbearbeitung und kleine Vorspiele hinausgehen.
1832 erzielt er als Bühnenautor bereits einige beachtliche Erfolge. 1833
gelingt ihm mit “Lumpacivagabundus”, seinem (auch später) meistgespielten
Werk, endgültig der große Durchbruch als Autor. Er wird zur Leitfigur des vormärzlichen Wiener Volkstheaters, brilliert als Schauspieler künftig vor allem
in eigenen Stücken, die er sich und seinen Partnern Scholz, Carl, Grois, später
auch Treumann auf den Leib schreibt. 1845 geht er mit Carl ans
Leopoldstädter Theater, das er 1854 als Direktor übernimmt und bis
1860 erfolgreich leitet, ehe er sich altersbedingt nach Bad Ischl und Graz
zurückzieht, wo er am 25. Mai 1862 stirbt.
Die
Werke Nestroys sind geprägt von desillusionierender, absoluter Skepsis gegenüber
menschlichem Verhalten und gesellschaftlichen Entwicklungen jeglicher Art.
Unerbittlich zeigt er menschliche Abgründe und Schwächen, prangert sie an, doch
ist stets Sympathie für die kleinen Leute spürbar, letztlich auch eine tief
versteckte moralische Utopie.Die im „Talisman“ thematisierte
bitterböse Diskriminierung von Haarfarben lässt sich problemlos auf jedwede Art
von Vorurteilen gegenüber Fremd- und Andersartigkeit beziehen. Oder auf den
chamäleonartigen Wechsel von Weltanschauungen, durch den - wohl auch heute noch
- die stolzesten Karrieren möglich werden.
„Das Vorurteil ist eine
Mauer, von der sich noch alle Köpf', die gegen sie ang'rennt sind, mit blutige
Köpf' zurückgezogen haben. Ich hab' meinen Wohnsitz mit der weiten Welt
vertauscht, und die weite Welt ist viel näher, als man glaubt.“ (Titus 1.Akt,
5.Szene)
„Der Talisman“, 1840 entstanden
nach dem Vorbild einer im selben Jahr in Paris uraufgeführten französischen „Comédie
vaudeville“, zählt zu Nestroys beliebtesten Stücken, weil hier neben dem
brillanten Sprachwitz auch eine besonders gut gebaute Komödienhandlung für
Unterhaltung sorgt.
ENTSTEHUNG
UND VORLAGE
REZEPTIONS- UND WIRKUNGSGESCHICHTE
DAS ENSEMBLE
WIE - WANN - WO?
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